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Codemasters blickt auf eine der am längsten andauernden, produktivsten und erfolgreichsten Unternehmensgeschichten in der britischen Videospielindustrie zurück. Gegründet Ende 1986 von den Brüdern David und Richard Darling – nach ihrer erfolgreichen Anfangszeit, in der sie Code für Budget-Labels wie Mastertronic lieferten – eroberte das Studio schnell den Markt mit einem revolutionären Geschäftsmodell: Software von außergewöhnlicher technischer Qualität zu extrem günstigen Preisen (Budget-Spiele) anzubieten.
Während des goldenen Zeitalters der 8-Bit-Heimcomputer (Amstrad CPC, ZX Spectrum, Commodore 64) dominierte das Unternehmen die Verkaufscharts dank direkt zugänglicher, mechanisch polierter Titel wie BMX Simulator (1986) und vor allem der legendären Puzzle-Platformer-Reihe um das charmante anthropomorphe Ei **Dizzy**, das ursprünglich von den Oliver Twins genial erdacht wurde.
Weit davon entfernt, sich nur auf heimische Software zu beschränken, bewies Codemasters Anfang der 1990er Jahre enormen technologischen und unternehmerischen Erfindungsgeist mit der Entwicklung des umstrittenen Game Genie. Dieses physische Zusatzgerät ermöglichte es Spielern, den Spielcode direkt beim Laden zu modifizieren (Leben hinzufügen, Levels überspringen), und zwar auf Konsolen wie dem NES, Game Boy, Sega Mega Drive und Game Gear. Das Gerät löste einen historischen, vielbeachteten Rechtsstreit aus, der von Nintendo initiiert wurde. Letztendlich gingen die Darling-Brüder vollständig siegreich aus dem Prozess hervor, was einen Präzedenzfall für legitime Hardware-Modifikationen schuf.
Mit dem endgültigen Paradigmenwechsel der Industrie hin zu dreidimensionaler Polygon-Technologie und Compact Discs richtete Codemasters seine Ressourcen mutig auf Premium-Vollpreisproduktionen aus und wandelte sich zur weltweiten Referenz für Rennspiel- und Motorsport-Simulationen. Das Studio entwickelte Meilensteine wie TOCA Touring Car Championship (1997) und die höchst einflussreiche, millionenfach verkaufte Rallye-Franchise, die den Namen des legendären schottischen Fahrers Colin McRae Rally (1998) trug (heute als DiRT-Serie bekannt), neben herausragenden taktischen Militär-Titeln wie der Operation Flashpoint-Saga.
Nach dem wegweisenden Erwerb der offiziellen FIA-Rechte zur Entwicklung der Formel-1-Weltmeisterschaftssimulatoren ab 2008 – und nachdem die Darling-Gründer 2007 ihre verbleibenden Anteile verkauft hatten – hielt das Unternehmen ein stetiges Wachstum auf hohem Niveau. In einer massiven Firmenübernahme erwarb der nordamerikanische Publisher Electronic Arts (EA) Codemasters für rund 1,2 Milliarden Dollar und integrierte deren erstklassiges technisches Talent dauerhaft unter dem organisatorischen Dach der globalen EA-Sports-Division.
Zusätzliche Entwicklungsdetails (Verifiziert):