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Die Schneider Technologies AG (ehemals Schneider Rundfunkwerke AG und Schneider Electronics AG) war ein bedeutender deutscher Hersteller von Unterhaltungselektronik und Computern mit Sitz in Türkheim.
Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1889 zurück, als Felix Schneider in Türkheim eine Fabrik für Holzbearbeitungswerkzeuge gründete. Erst 1965 stieg das Unternehmen mit der Fertigung von Radiogehäusen in den Markt für Audio-Elektronik ein.
In den 70er und 80er Jahren wurde Schneider vor allem für Audiosysteme bekannt. Das Unternehmen nahm eine Sonderstellung ein, da es sich im Gegensatz zu anderen deutschen Herstellern auf preiswerte Massenprodukte statt auf das Luxussegment konzentrierte.
Ab 1984 wurden Computer des britischen Herstellers Amstrad unter der Marke Schneider in Deutschland und Mitteleuropa vertrieben. 1987 endete die Partnerschaft mit Amstrad, woraufhin Schneider ab 1988 eigene PC-kompatible Maschinen produzierte.
1988 erwarb Schneider die Firma Gebrüder Steidinger (Hersteller der Dual-Plattenspieler) von Thomson, auch um eine marktfähige Marke für den französischen Markt zu erhalten. In den 90er Jahren erfolgte die Umfirmierung in Schneider Electronics.
Im Jahr 2002 meldete das Unternehmen Insolvenz an und wurde schließlich für 8,2 Millionen Euro von der chinesischen TCL Corporation übernommen.
Die Schneider Computer Division wurde in den 80er Jahren als eigenständige Abteilung der Schneider Rundfunkwerke AG im Werk Türkheim ins Leben gerufen. Sie begann mit der Lizenzfertigung und dem Vertrieb der Amstrad CPC-Heimcomputer (als Schneider CPC), gefolgt von der PCW-Reihe (Joyce) und schließlich den ersten IBM-Kompatiblen wie dem PC1512 und PC1640.
Auf Basis der gewonnenen Expertise entwickelte Schneider eigene PC-Systeme, was zum Bruch mit Amstrad führte. Das erste eigene Gerät, der Schneider Euro PC, erinnerte optisch stark an den CPC 6128, da das Mainboard und ein 3,5-Zoll-Laufwerk direkt im Tastaturgehäuse integriert waren.
Es folgten diverse Modelle mit Intel 80286 und 80386 Prozessoren in zwei Gehäusevarianten: Das flache Euro AT-Format (ähnlich heutigen SFF-PCs) war besonders in Werkstätten und Büros mit wenig Platz erfolgreich, während die würfelförmigen Tower an das modulare Design des Acorn Risc PC erinnerten.
Mit dem Aufkommen der asiatischen Billigkonkurrenz und dem Boom der "No-Name-Clones" in den 90ern brachen die Gewinnmargen ein. Schneider zog sich schließlich aus dem PC-Markt zurück und nutzte das Know-how später für digitale Rekorder und Set-Top-Boxen.
Da Amstrad über kein eigenes Vertriebsnetz im deutschsprachigen Raum verfügte, kooperierte man mit Schneider – einem Unternehmen, das eine ähnliche Niedrigpreis-Strategie im Audio-Sektor verfolgte. 1984 wurde die Tochtergesellschaft Schneider Computer Division gegründet, um die CPC-Linie unter deutschem Label zu vermarkten.
Trotz identischer Hardware unterschieden sich die Schneider-Modelle in Details: Die Tastaturen des CPC464 und CPC664 hatten graue statt bunter Tasten. Um die strengen deutschen FTZ-Vorschriften (EMV) zu erfüllen, erhielten alle Schneider-Geräte eine interne Metallabschirmung und Micro-Ribbon-Anschlüsse (Centronics) anstelle der Platinenstecker.
1988 endete die Kooperation, nachdem Schneider sich weigerte, Amstrads neue AT-Linie zu vertreiben. Schneider verkaufte die Restbestände der CPC-Serie ab und konzentrierte sich auf den Euro PC. Amstrad versuchte daraufhin erfolglos, mit der eigenen Amstrad GmbH im deutschen Markt Fuß zu fassen.
Für die traditionsreiche Schneider Technologies kam 2002 das Ende. Wie das Unternehmen bekannt gab, lehnten die Gläubiger den im April vorgelegten Sanierungsplan ab. Der Vorstand, bestehend aus Ralf Adam und Hans Szymanski, trat am 8. Mai zurück, da die letzte Option zur Rettung des Aktionärsvermögens gescheitert war.
Ausschlaggebend war wohl die LfA Förderbank Bayern als größte Aktionärin und Gläubigerin. Die Gläubiger versprachen sich von der Einzelverwertung der Tochterfirmen mehr Erlös. Während für Schneider Electronics kein Investor gefunden wurde, gab es für die Laser-Sparte (Schneider Laser Technologies), die u.a. mit Carl Zeiss an Planetarium-Technik arbeitete, zahlreiche Interessenten.
Schneider hinterlässt ein wichtiges Erbe in der europäischen Computergeschichte. Trotz mutiger Projekte wie einer Internet-Set-Top-Box (1998) oder digitalen Videorekordern (2001) konnten die finanziellen Probleme nicht dauerhaft gelöst werden.