TECHNISCHE DATEN
NAME:SCA Systems Ltd.
HERKUNFT:Ferring, West Sussex, England (UK)
GEGRÜNDET:ca. 1986
STATUS:Historisch (Inaktiv / Aufgelöst)
SPEZIALISIERUNG:Speichererweiterungen, Kommunikationsschnittstellen und Hardware-Uhren
OFFIZIELLE WEB:Nicht existent
Beschreibung
SCA Systems Ltd. war eine der angesehensten und wichtigsten Elektronik- und Peripherie-Engineering-Firmen innerhalb des professionellen Amstrad PCW-Ökosystems in den 1980er und 1990er Jahren. Laut Hardware-Analysen in britischen Fachmagazinen wie 8000 Plus richtete SCA Systems seine Bemühungen erfolgreich auf den gehobenen Unternehmens- und Industriemarkt aus. Das Portfolio bot kritische Hardware-Erweiterungen, welche die strengen nativen Konnektivitäts- und Speichermängel der Joyce-Reihe behoben. Dies ermöglichte es Tausenden von britischen und internationalen Büros, ihre Terminals mit externen Datennetzwerken, fortschrittlichen Telekommunikationsmodems zu verbinden und den RAM massiv für die Ausführung komplexer Tabellenkalkulationen und großer Datenbanken zu erweitern.
Entwickelte Hardware & Schnittstellen
RamPac 512k
High-End-Modul zur externen RAM-Erweiterung, das ursprünglich zu einem Einführungspreis von £149.95 vertrieben wurde. Dieses für den Erweiterungsbus der Modelle PCW 8256/8512 entwickelte Gehäuse nutzte eine ausgeklügelte Logik integrierter Schaltungen, um eine zusätzliche 512-KB-Bank über elektronisches Bank-Switching zu verwalten, das über hardwarespezifische E/A-Ports abgebildet wurde. Durch das Erstellen eines umschaltbaren „Fensters“ innerhalb des nativen, adressierbaren Raums von 64 KB des Z80-Prozessors ermöglichte es die Konfiguration riesiger, extrem schneller virtueller Festplatten (RAM-Disks) unter CP/M. Dies geschah völlig transparent für das Betriebssystem und umging die mechanischen Verzögerungen der 3-Zoll-Disketten.
Serial Parallel Interfaces Professional
Industrietaugliches Adaptermodul, das in Publikationen wie Amstrad Computer User analysiert und für £59.95 verkauft wurde. Basierend auf dem Standard-UART-Controller-Chip INS8250 (dem gleichen integrierten Chip, der in der IBM PC-kompatiblen Architektur verwendet wurde), bot es einen 25-poligen RS-232-Seriell-Port (DB-25) und einen Centronics-Parallelport. Das Platinendesign verfügte über Optokoppler und ein elektronisches Signalisolationssystem zur Abschirmung der PCW-Hauptplatinen-Signalleitungen. Dies ermöglichte es Benutzern, Druckausgaben von LocoScript und einfachen Dateien an standardmäßige kommerzielle Epson-Nadeldrucker oder frühe professionelle Laserdrucker umzuleiten.
Serial Parallel Interfaces Professional Plus
Die fortschrittlichste Kommunikationsschaltungs-Revision von SCA, die zu einem Preis von £79.95 auf den Werbeseiten von 8000 Plus eingeführt wurde. Sie wurde speziell entwickelt, um den chronischen Verlust von Datenzeichen und Synchronisationsfehlern (Buffer Overrun) zu beheben, wenn Benutzer fortschrittliche Telefonmodems mit Übertragungsraten von mehr als 2400 Baud anschlossen. Die Firma gestaltete die Erweiterungskarte neu und implementierte den legendären High-Speed-UART-Chip NS16550AN, der über einen internen 16-Byte-FIFO-Pufferspeicher verfügte. Dieser fing massive Datenübertragungen im Hintergrund ab, ohne die Verarbeitungszyklen des Z80-Mikroprozessors zu überlasten, was flüssige Baudraten von bis zu 9600 für die Terminalemulation bei Verbindungen zu Mainframes ermöglichte.
SCA Real Time Clock (Echtzeit-Uhr)
Ergänzende chronologische Hardware-Erweiterung mit einer eingebauten, langlebigen Lithium-Batterie. Entwickelt, um das Fehlen einer gepufferten internen Systemuhr in der Amstrad PCW-Reihe zu beheben (wodurch Bediener gezwungen waren, das Datum und die Uhrzeit bei jedem Boot-Vorgang manuell einzugeben), speiste diese Hardware während des Start-Bootstraps sofort genaue Zeitdaten in die internen CP/M-Register ein. Dadurch wurde sichergestellt, dass die Zeitstempelung für Bürodokumente und RAM-Disk-Dateien vollständig automatisiert und korrekt war.
Support-Software & Integration
SCA Comms Software / Terminal Utilities
Native Telekommunikations-Software-Suites, die auf Disketten unter der CP/M-Umgebung vertrieben wurden. Sie wurden entwickelt, um den maximalen Durchsatz aus den FIFO-Puffern der Professional Plus-Schnittstellen herauszuholen. Sie unterstützten die erweiterte VT100-Terminalemulation sowie sektorbasierte Dateiübertragungsprotokolle wie XMODEM, YMODEM und Kermit. Dies ermöglichte es dem PCW, sich Ende der 1980er Jahre remote mit Mailbox-Systemen (BBS) und frühen Pre-Internet-Netzwerk-Gateways zu verbinden.
SCA RAM & Clock Driver Block
Ein ausführbarer System-Erweiterungsblock im .FIB-Dateiformat, den Benutzer direkt in den Boot-Sektor ihrer Master-LocoScript- oder CP/M-Disketten kopierten. Während der Initialisierung der Maschine fing dieser Hintergrundcode das native PCW-BIOS ab, um die erweiterte Bank des RamPac 512k in den logischen Speichervektoren zu registrieren und den Timer des physischen SCA-Hardware-Uhrenchips automatisch zu synchronisieren.
Bekannte Adressen (England, UK)
Technisches Hauptquartier und Vertriebsbüros
61 Ferringham Lane, Ferring, West Sussex (Postleitzahl: BN12 5LW, England)
Originaler Kontakt für technische Unterstützung und Postbestellungen: Telefon 0903 700288