A> TEST PCB AMSTRAD PCW 9512

Diese Diagnoseplatine aus dem Hause Amstrad ist die offizielle Karte, die in den technischen Kundendiensten verwendet wird. Sie führt eine Reihe von sehr vollständigen Tests auf der Maschine durch, um deren Zustand zu überprüfen und mögliche Fehler zu diagnostizieren.

Hardware-Bilder
Beschreibung, Kontext und Service-Engineering (Serie 9000)

Das vertraulich und nummeriert ab **1987-1988** an die offiziellen Werkstätten von Amstrad plc ausgegebene Amstrad PCW 9512 Test PCB repräsentiert das ultimative Hardware-Diagnosewerkzeug für die zweite Generation der Bürocomputer-Reihe. Obwohl es den Wartungszweck seines Vorgängers (Modell 8256) erbt, wurde diese Platinen-Erweiterung auf Chiplevel komplett neu designt. Dies war notwendig, um nativ mit den tiefgreifenden strukturellen Änderungen auf dem PCW 9512-Motherboard zu interagieren – darunter das neue hochauflösende Videosubsystem für vertikale Foliendarstellung, die serienmäßig integrierte parallele Schnittstelle und ein erweitertes Speicherlayout.

Der PCW 9512 behielt die gleiche kritische Boot-Architektur ohne platineninternes ROM bei. Beim Einschalten des Computers benötigt der Zilog Z80-Prozessor zwingend das native 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk (Drive A:), um den Bootsektor direkt in den RAM zu injizieren. Bei schweren Systemfehlern, die den Kaltstart verhinderten (wie Kurzschlüsse auf den Refresh-Leitungen oder Paging-Fehler), war der Computer blockiert, und Techniker konnten keine Disketten nutzen. Dieses Werkstatt-Test-PCB umging die Blockade durch die physische Injektion einer autonomen Diagnose-Firmware auf den Bus, indem es das **Bus-Overriding / ROM-Shadowing**-Verfahren nutzte, um die Kontrolle über die CPU direkt im Einschaltzyklus (Boot-Vektor 0000h) transparent zu übernehmen.

Hardware-Architektur und 9512-spezifische logische Prüfroutinen

Die Platine (sichtbar auf der Bauteile- und Lötseite) implementiert eine fortschrittliche Steuerungslogik, die optimiert wurde, um die spezifischen Hardwaremodule der 9000er-Serie zu überprüfen:

  • RAM-Inhibierung und EPROM-Injektion: Beim Anschluss an den hinteren 50-poligen Erweiterungsbus des PCW 9512 fängt die auf der Testkarte integrierte diskrete TTL-Logik die Speichersteuerleitung der CPU ab (/MREQ und /RD). Die Hardware des Test-PCBs erzwingt einen elektrischen Zustand, der die Antworten der Speicherchips des Motherboards blockiert und überschreibt. Dies zwingt den Z80-Prozessor dazu, ausschließlich die Firmware auszulesen, die in den platineneigenen physischen EPROM-Chips gespeichert ist, deren Binärimages auf dieser Seite erhalten sind.
  • Abtastung des platineninternen 512-KB-RAMs (March Test): Im Gegensatz zur 8000er-Serie war der PCW 9512 werkseitig mit einem massiven Block von 512 KB dynamischem RAM ausgestattet. Die von der Platine injizierte offizielle Firmware führt eine superschnelle Prüfschleife mit abwechselnden Bitmustern aus (Hexadezimalsequenzen 55h und AAh). Dieser Sweep überprüft die Integrität der Refresh-Leitungen und die Stabilität der Speicherzellen, wobei Fehler Bit für Bit gemappt werden, sodass der Techniker exakt den defekten DRAM-Chip identifizieren kann.
  • Initialisierung des hochauflösenden Display-Controllers: Die Test-Firmware schreibt direkt in die Register des neuen PCW 9512-Videocontrollers. Durch das Einspeisen stabiler geometrischer Synchronisationsbilder in den Weißphosphor-Monitor lässt sich sofort klären, ob ein weißer oder verzerrter Bildschirm auf einen digitalen Defekt des Motherboards oder auf einen analogen Fehler in den Ablenkschaltungen der Bildröhre (CRT) zurückzuführen ist.
  • Prüfung des nativen Centronics-Parallelports: Da der 9512 serienmäßig über einen Parallelport auf dem Motherboard für seinen offiziellen Typenraddrucker verfügte, führt das Test-Interface spezifische Prüfroutinen auf den Ein-/Ausgabeleitungen dieses Ports aus. Dadurch werden häufige Fehler isoliert, die durch Rückströme externer Druckperipheriegeräte verursacht werden.
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