Das **SpeedPrint** des britischen Herstellers Cirtech ist ein fortschrittliches Drucker-Interface für den PCW, das eine parallele Centronics-Schnittstelle bereitstellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drucker-Adaptern wurde dieses Gerät speziell entwickelt, um die Systemleistung bei intensiven Druckaufträgen zu optimieren. Es gibt den Speicher des Computers fast augenblicklich frei, indem es eine temporäre Hardware-Zwischenspeicherung (Drucker-Buffer) nutzt.
Die Architektur des **Cirtech SpeedPrint** zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen der größten Engpässe des Amstrad PCW löst: die obligatorische Wartezeit, während der werkseitige Nadeldrucker oder ein externer Centronics-Drucker Text- oder Grafikdokumente unter LocoScript oder CP/M verarbeitete.
Physisch besteht es aus einem kompakten weißen Modul, das mit einem Anschluss für den hinteren Erweiterungsbus der Maschine und einer standardmäßigen 36-poligen Centronics-Ausgangsbuchse ausgestattet ist. Im Inneren integriert die Schaltung Logikchips und dedizierten Speicher, um die Druckwarteschlangen des Computers abzufangen. Die von Cirtech mitgelieferte residente Treibersoftware leitet den massiven Datenstrom mit der maximal vom Z80-Prozessor zulässigen Geschwindigkeit in den integrierten Speicher des Peripheriegeräts um. Dadurch erhält der Benutzer sofort die Kontrolle über die Tastatur zurück, um die Bearbeitung fortzusetzen oder andere Büroarbeiten zu erledigen, während die Druckwarteschlange im Hintergrund völlig autonom geleert wird.
Auf der Ebene des Siliziums zeichnet sich die Leiterplatte (PCB) des SpeedPrint durch eine fortschrittliche Topologie aus, die physische Speicherarrays, synchrone Centronics-Handshake-Steuerungslogik und den für Cirtech typischen industriellen Schutz gegen Busschluss kombiniert:
- Das dedizierte Silizium-Puffer-Array: Technische Daten, die durch die Low-Level-Hardware-Protokolle von joyce.de bestätigt wurden, zeigen, dass das Standard-Serienmodell ab Werk mit 32 KB statischem RAM (SRAM) ausgestattet war, der ausschließlich für die Textzwischenspeicherung reserviert war. Höherwertige Hardware-Revisionen enthielten modulare Sockel, die eine direkte Hardware-Erweiterung auf 64 KB oder 128 KB ermöglichten. Diese dedizierte Siliziummatrix speichert Dutzende von Textseiten völlig unabhängig vom nativen Hauptspeicher des Computers.
- Autonomer Centronics-Handshake-Controller: Das Interface beherbergt diskrete TTL-Logikgatter der 74LS-Serie, die für die Ausführung der Hardware-Drucksynchronisation parallel zum Computer zuständig sind. Während die Z80-CPU des PCW vollständig für den Bediener freigegeben wird, überwachen die Schnittstellenchips die Rücksignalisierungszustände direkt von los Kabeladern (wie
BUSY oder den verarbeiteten Zeichenbestätigungsimpuls /ACK). Die Karte speist die gepufferten Daten dynamisch über den physischen Active-Low-Triggerimpuls /STROBE in den externen Ausgangsport ein.
- Abgeschirmte TTL-Leitungstreiber (Serie 74LS): Um den Computer vor analogen Rückkopplungsschleifen zu schützen, hat Cirtech alle parallelen Signale über invertierende TTL-Schaltpuffer und Schmitt-Trigger (wie den 74LS14 oder 74LS244) geleitet. Dies fungierte als permanente elektronische Sicherung: Sollten die hochstromführenden mechanischen Nadel- und Papiervorschubmotoren des externen Druckers einen Kurzschluss erleiden oder magnetische Rückströme induzieren, brannten nur die günstigen, diskreten ICs auf der SpeedPrint-Platine durch, wodurch das interne Motherboard und die Z80-CPU des PCW zu 100 % geschützt blieben.
Die Genialität der SpeedPrint-Architektur beruht auf dem Abfangen nativer Amstrad-Ein-/Ausgabevektoren, um eine sofortige Kompatibilität ab Werk zu gewährleisten, ohne dass die Binärdateien der Bürosoftware modifiziert werden müssen:
- Drucker-Adress-Shadowing: Die Dekodierungslogik der Platine überwacht den Adressbus und fängt Speicherzyklen ab, die auf die offiziellen Amstrad-Druckeradressen abzielen: die Ports
0E2h (Schreiben von Centronics-Daten) und 0E3h (Auslesen von Statusleitungen). Wenn LocoScript oder ein CP/M Plus-Spooler ein Byte an den Port 0E2h sendet, erfasst die Hardware von Cirtech dieses in Nanosekunden mit voller Busgeschwindigkeit. Gleichzeitig erzwingt die Karte beim Auslesen von Port 0E3h einen künstlichen „Drucker bereit“-Zustand (indem sie die BUSY-Leitung auf Low zieht). Dies täuscht die Z80-CPU völlig und lässt sie die Erweiterungsplatine als einen augenblicklich reagierenden Drucker behandeln. Der PCW gibt die Dokumentendaten so schnell aus, wie es der CPU-Takt erlaubt, wodurch die Tastatursteuerung sofort an den Benutzer zurückgegeben wird.
- Residente CP/M-Softwaresteuerung (`SPRINT.COM`): Für erweiterte CP/M Plus-Umgebungen enthielt das Software-Paket einen residenten Hintergrundtreiber namens
SPRINT.COM. Dieses Dienstprogramm bot eine Low-Level-Steuerung des physischen Puffers, blendete eine visuelle Statusleiste in der oberen Ecke des Monitors zur Anzeige der Pufferkapazität ein, ermöglichte dem Bediener das Auslösen von Hardware-Druckpausen und erlaubte das sichere Leeren (Flush) des internen SRAM-Arrays im Falle eines physischen Papierstaus im externen Drucker.