TECHNISCHES DATENBLATT
Amstrad (Alan Michael Sugar TRADing) revolutionierte die europäische Informatik in den 80er Jahren durch eine Low-Cost- und All-in-One-Philosophie. Die Strategie bestand darin, spritzgegossene Kunststoffgehäuse zu verwenden und in Massenproduktion in Fernost zu fertigen, was es ermöglichte, komplette Systeme (Computer, Monitor und Laufwerk) zu einem Bruchteil des Preises der Konkurrenz anzubieten.
Amstrad, in den 70er Jahren ein Hersteller von Unterhaltungselektronik, führte den Markt mit preiswerten Produkten an. Durch den Einsatz von Spritzgussverfahren konnten die Kosten im Vergleich zum Wettbewerb massiv gesenkt werden. Aufgrund des großen Erfolgs expandierte das Unternehmen schnell und ging an die Londoner Börse. In den folgenden Jahren verdoppelte Amstrad jährlich seine Größe und begann mit der Vermarktung eigener Personal Computer, um den Markt durch niedrige Preise zu dominieren.
1984 kam der CPC 464 auf den Markt, um Marktanteile von Commodore und Sinclair zu gewinnen. Es war der erste Computer der Amstrad-Serie mit einem Zilog Z80-Prozessor und 64 KB RAM, inklusive integriertem Kassettenlaufwerk und Monitor (Grünmonitor oder Farbe). Diese Reihe wurde in Großbritannien, Frankreich, Australien, Deutschland und Spanien ein Verkaufsschlager.
Es folgten die Modelle CPC 664 mit dem ersten 3-Zoll-Diskettenlaufwerk und der CPC 6128 mit 128 KB RAM. Später erschienen Varianten wie der CPC Plus sowie 1985 der PCW 8256, der als Textsystem vermarktet wurde und den Markt revolutionierte. Ihm folgten der PC1512 mit MS-DOS (1986) und der PCW 8512 (1987). 1988 veröffentlichte Amstrad mit dem PPC512/640 seinen ersten tragbaren Computer.
Anfang der 90er Jahre konzentrierte sich Amstrad verstärkt auf Laptops. Nach Misserfolgen wie der GX4000-Konsole und dem PenPad PDA widmete sich das Unternehmen wieder der Unterhaltungselektronik (Hi-Fi, TV/VHS-Kombinationen). Schließlich verlagerte sich der Fokus auf die Telekommunikation durch den Kauf von Firmen wie Betacom, Dancall Telecom und Vigien Computers.
Im Ökosystem des Amstrad PCW gelang dem Unternehmen ein historischer Meilenstein: die Demokratisierung der Textverarbeitung. Während dedizierte Systeme damals tausende Pfund kosteten, bot der PCW 8256 ab 1985 eine schlüsselfertige Profilösung inklusive Drucker an.
Unternehmensgründer: Lord Alan Michael Sugar (Gründer-1968) und Alun Webber (CEO)
Nach der Marktführerschaft bei Satellitenempfängern (Sky) und den Misserfolgen von GX4000 und PenPad wurde die Marke 2007 für 125 Millionen Pfund von BSkyB übernommen. Im Jahr 2026 lebt das Erbe von Amstrad in der Retro-Computing-Szene und der Telekommunikationsinfrastruktur von Sky weiter.
