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STAMMDATEN BLATT
Digital Research, Inc. (DRI) war eines der einflussreichsten Softwareunternehmen der 70er und 80er Jahre, gegründet von Gary Kildall. Seine Rolle war fundamental für den Amstrad PCW, da das Unternehmen die technische Infrastruktur bereitstellte, die es diesem Computer ermöglichte, mehr als nur eine einfache elektronische Schreibmaschine zu sein.
Bekannte Adresse des Unternehmens:
Der Haupt- und historische Sitz von Digital Research, Inc. (DRI) befand sich in der Küstenstadt Pacific Grove im Bundesstaat Kalifornien, Vereinigte Staaten.
Im Laufe seiner Geschichte in den 80er Jahren belegte das Unternehmen mehrere symbolträchtige Gebäude in derselben Ortschaft:
- Ursprünglicher Hauptsitz: Befand sich in 801 Lighthouse Ave, Pacific Grove, CA 93950. Dies ist das berühmteste Gebäude, an dem heute eine Gedenktafel angebracht ist, die den Ort als Geburtsstätte des Betriebssystems CP/M und der Arbeit von Gary Kildall würdigt.
- Weitere lokale Büros: Aufgrund des Wachstums expandierte das Unternehmen an andere nahegelegene Punkte in derselben Stadt:
- Forschung und Entwicklung (R&D): 734 Lighthouse Ave.
- Grafikabteilung: 165 Central Ave.
- Betriebssysteme: 160 Central Ave.
Pacific Grove liegt auf der Monterey-Halbinsel, einer Region, die Gary Kildall gezielt auswählte, um sich vom industriellen Trubel dessen zu distanzieren, was wir heute als Silicon Valley kennen.
Hier sind die Schlüsseldetails zu seiner Beziehung zum Amstrad PCW und seiner Geschichte:
Das Betriebssystem: CP/M Plus
Obwohl der PCW standardmäßig mit LocoScript startete, enthielt jede Maschine Disketten mit dem Betriebssystem von Digital Research.
- CP/M (Control Program for Microcomputers): Es war der Industriestandard, bevor MS-DOS existierte.
- CP/M Plus (Version 3.0): Der PCW nutzte die fortschrittlichste und ausgereifteste Version dieses Systems. Dank dieses Systems konnte ein PCW-Benutzer professionelle Software der damaligen Zeit wie die Datenbank dBase II oder die Tabellenkalkulation SuperCalc ausführen.
Bildungssoftware und Programmiersprachen
Digital Research steuerte nicht nur das Betriebssystem bei, sondern auch Programmierwerkzeuge für den PCW:
- Dr. Logo: Eine sehr populäre Version der Programmiersprache Logo (bekannt für die "Schildkröte", die Grafiken zeichnete) wurde speziell für den Betrieb unter CP/M auf den Amstrad-Maschinen angepasst.
- Compiler: Sie stellten Versionen von Sprachen wie C, Pascal, CBASIC und PL/I bereit, was es Entwicklern ermöglichte, fortschrittliche Software für den PCW zu erstellen.
Die grafische Benutzeroberfläche GEM
Obwohl man sich an sie eher von späteren Modellen (wie dem Amstrad PC1512) erinnert, entwickelte Digital Research GEM (Graphics Environment Manager).
- Es war eine Fenster- und Mausumgebung, die den ersten Macintosh- oder Windows-Systemen sehr ähnlich war.
- Auf dem PCW wurde eine vereinfachte Version namens GSX (Graphics System Extension) verwendet, damit das System Grafiken auf einem Bildschirm darstellen konnte, der ursprünglich nur für Text gedacht war.
Der historische "Fehler" von Digital Research
Das Unternehmen ist berühmt für eine der größten Legenden der Computergeschichte: IBM wollte ursprünglich, dass Digital Research das Betriebssystem für den ersten IBM PC im Jahr 1981 bereitstellt.
- Aufgrund von Unstimmigkeiten bei der Vertragsunterzeichnung (oder weil Gary Kildall an diesem Tag nicht anwesend war, je nach Version) beauftragte IBM schließlich ein kleines Unternehmen namens Microsoft, das ihnen MS-DOS lieferte.
- Dieses Ereignis markierte den Niedergewinn von Digital Research gegenüber dem unaufhaltsamen Aufstieg von Bill Gates.
Das Ende des Unternehmens
Trotz seines technischen Erfolgs mit Maschinen wie dem Amstrad PCW konnte das Unternehmen nicht mit der Dominanz von Microsoft konkurrieren.
- Im Jahr 1991 wurde Digital Research von Novell gekauft.
- Seine Technologie überlebte noch eine Weile unter dem Namen DR-DOS, einem direkten Konkurrenten zu MS-DOS, den viele Amstrad-PC-Benutzer als überlegen ansähen.
