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LOCOMOTIVE SOFTWARE
Locomotive Software war der „Kopf“ hinter der Amstrad-Hardware. Das 1983 von Richard Clayton und Chris Hall gegründete Unternehmen wurde zum strategischen Partner von Alan Sugar, um der CPC-Reihe und insbesondere der PCW-Serie eine Seele zu verleihen.
Ihr erster großer Auftrag war die Entwicklung eines BASIC-Klons für Acorn, doch ihre Effizienz erregte die Aufmerksamkeit von Amstrad. Für die Markteinführung des Amstrad PCW im Jahr 1985 passte Locomotive nicht nur das Betriebssystem CP/M Plus (ursprünglich von Digital Research) an, sondern entwickelte von Grund auf die Software, die den Kauf von Millionen von Maschinen rechtfertigte: LocoScript.
Im Gegensatz zu anderen Entwicklern jener Zeit konzentrierte sich Locomotive auf die professionelle Benutzerfreundlichkeit. LocoScript ermöglichte Schreibkräften und Verwaltungsangestellten den Übergang in die digitale Welt, ohne komplexe Konsolenbefehle erlernen zu müssen. Diese Symbiose zwischen der preiswerten Amstrad-Hardware und der robusten Software von Locomotive ermöglichte es dem PCW, den europäischen Textverarbeitungsmarkt fast ein Jahrzehnt lang zu dominieren.
In den 90er Jahren versuchte das Unternehmen mit der Software Turnpike den Sprung zu Windows und dem aufstrebenden Internetmarkt. Obwohl es ein preisgekröntes Produkt war, das von den Nutzern von Demon Internet sehr geschätzt wurde, erschwerte der Übergang zum neuen Software-Paradigma, das von Riesen wie Microsoft dominiert wurde, das Überleben als unabhängiges Unternehmen.
Mallard BASIC war das professionelle Entwicklungswerkzeug für den PCW (Joyce). Sein technischer Kern, das JetSAM-System, implementierte eine B*-Baum-Datenstruktur, welche die Verwaltung indexierter Dateien ermöglichte. Dies erlaubte es Buchhaltungsanwendungen, Datensätze nach Namen oder Codes augenblicklich zu finden – eine Funktion, die in BASIC-Versionen für Heimcomputer höchst ungewöhnlich war.
