Mikrocontroller i8041
Der Intel 8041 (speziell der P8041A) ist eine kritische und sehr raffinierte Komponente innerhalb der Architektur der Amstrad PCW-Familie (wie dem 8256 und 8512; in Deutschland als Schneider Joyce bekannt). Im Gegensatz zu anderen Druckern der 80er Jahre, die eigenständige Geräte waren, senkte Amstrad die Kosten, indem fast die gesamte Intelligenz des Druckers in den Computer selbst integriert wurde.
Hier finden Sie detaillierte technische Informationen zu seiner Rolle sowie Links zur Dokumentation:
Die Rolle des i8041 im Amstrad PCW
Bei den Amstrad PCW-Modellen besitzt der Drucker keine komplexe Hauptplatine; er besteht im Wesentlichen aus einer Gruppe von Motoren und Nadeln. Das “Gehirn”, das ihn antreibt, befindet sich auf der Hauptplatine des Computers: der i8041.
- Universal Peripheral Interface (UPI): Der i8041 ist eine Variante der MCS-48-Familie, die als “Slave” für einen Hauptprozessor (in diesem Fall der Z80 des PCW) konzipiert wurde.
- Direkte Hardware-Steuerung: Der Mikrocontroller empfängt Befehle vom Z80 und übersetzt diese in direkte elektrische Signale, um den Schrittmotor des Druckkopfs und den Papiereinzug zu bewegen sowie die 9 Nadeln des Matrixdruckers abzufeuern.
- Flachbandkabel-Verbindung: Diese Signale werden vom i8041 auf der Hauptplatine über ein 34-poliges Flachbandkabel zum Drucker übertragen. Dies ist kein Standard-Parallelkabel, sondern eine direkte Erweiterung der Steuerleitungen des Mikrocontrollers.
Technische Spezifikationen des Chips
- Architektur: Basierend auf dem 8048-Kern, jedoch mit einer für Peripheriegeräte optimierten Datenbusschnittstelle (UPI-41).
- Speicher: Enthält 1 KB Masken-ROM (in dem die Firmware zur Druckersteuerung von Amstrad gespeichert ist) und 64 Bytes RAM.
- Taktfrequenz: Lief in diesen Systemen typischerweise mit etwa 6 MHz.
- Gehäuse: 40-Pin-DIP-Format.
Technische Kuriosität
Wenn man einen Amstrad PCW ohne angeschlossenen Drucker einschaltet, gab das System oft eine Fehlermeldung aus oder startete in einigen Fällen nicht korrekt. Dies liegt daran, dass das Betriebssystem (LocoScript oder CP/M) versucht, den i8041 zu initialisieren und auf eine Antwort wartet. Diese wird nur abgeschlossen, wenn die Drucker-Hardware vorhanden ist und die korrekten Statussignale (wie “Papier bereit”) zurückgibt.
Visuelle Merkmale des i8041
- Gehäuse: Wie der i8048 der Tastatur verwendet er ein 40-Pin-DIP-Format (Dual In-line Package). Es ist ein physisch langer Chip mit 20 Pins auf jeder Seite.
- Identifikation: Auf der Oberseite trägt er meist das klassische Intel-Logo (mit dem tiefergestellten 'e') und die Aufschrift P8041A oder D8041A (bei der Keramikversion).
Varianten
- P8041A: Version aus schwarzem Kunststoff mit Masken-ROM (das Programm ist bereits fest integriert). Dies ist die Version, die Sie auf der PCW-Hauptplatine finden.
- D8741A: Version mit einem Quarzglasfenster in der Mitte. Diese wurde für Prototypen verwendet, da sie das Löschen und Neuprogrammieren der Software mittels UV-Licht ermöglichte.
Position im Amstrad
Wenn Sie einen Amstrad PCW öffnen, finden Sie ihn in der Nähe des Druckeranschlusses. Er trägt oft eine Amstrad-Referenznummer (als numerischer Code), die aufgedruckt oder auf einem Etikett aufgeklebt ist, da die interne Software speziell von Amstrad-Ingenieuren zur Steuerung ihrer Motoren und Nadeln geschrieben wurde.
Dokumentation
Unter dem folgenden Link können Sie die Dokumentation (PDF) zum Chip einsehen.

