Die AMX Mouse (ursprünglich als Kernkomponente des AMX Desktop System vertrieben) war das revolutionärste, einflussreichste und kommerziell erfolgreichste Zeigegerät in der Geschichte des Amstrad PCW 8256 / 8512 (und der späteren Schneider Joyce-Serie auf dem deutschen Markt). Nach der Markteinführung Mitte 1986 zu einem Paketpreis von £69.95 und entwickelt von der renommierten britischen Ingenieursfirma Advanced Memory Systems (AMS) Ltd., durchbrach diese optomechanische Drei-Tasten-Hardware das starre Paradigma einer rein tastaturgesteuerten Büromaschine. Sie verwandelte den PCW in eine interaktive Grafik-Workstation, die sich ideal für künstlerisches Zeichnen und professionelles Desktop-Publishing (DTP) eignete.
Auf physischer Hardware-Ebene nutzte die Maus keine standardmäßige serielle Übertragung. Stattdessen enthielt das Paket das **AMX Interface**, ein dediziertes externes Erweiterungsbus-Controller-Modul, das direkt an den hinteren Anschluss-Slot der Hauptplatine des Computers gesteckt wurde. Advanced Memory Systems entwarf die Hardware so, dass sie vollständig durchschleifbar (Pass-Through) war: Das Interface-Gehäuse replizierte die elektrischen Signalleitungen des Erweiterungsbusses über einen integrierten rückseitigen Anschluss, um die Fähigkeiten des nativen Amstrad-Nadeldruckers nicht zu verlieren. Gleichzeitig stattete es den PCW mit einem standardmäßigen **Centronics-Parallelport** (zum Anschluss von Epson-Nadeldruckern oder frühen Laserdruckern) und einem **9-poligen Atari-Standard-Joystickport (DE-9)** aus.
Hinsichtlich der hardwarenahen Register-Architektur des 8-Bit-Prozessors Z80 zeichnete sich das AMX-Schnittstellenprotokoll durch seine synchrone Einfachheit aus. Die Erweiterungsplatine integrierte keinen intelligenten Verarbeitungschip; stattdessen wurden die Zustände der mechanischen Schalter und die optischen Zähler direkt auf spezifische Ein-/Ausgabe-Basisadressen (E/A-Ports) abgebildet:
- Tasten- und Joystick-Steuerungsport (0A0h / &HA0): Die digitalen Leitungen des alternativen Atari-Joysticks und die drei mechanischen Mausschalter wurden über diesen gemeinsamen Port unter aktiver Low-Logik abgefangen (ein binärer Zustand von logisch 0 signalisiert einen aktiven Kontakt gegen Masse oder das Drücken eines Schalters):
- Bit 7: Zustand der linken Maustaste (gibt bei Aktivierung den Wert 0 zurück).
- Bit 6: Zustand der mittleren Maustaste (gibt bei Aktivierung den Wert 0 zurück).
- Bit 5: Zustand der rechten Maustaste (gibt bei Aktivierung den Wert 0 zurück).
- Bit 4: Richtung Oben (Up) / Feuerknopf (Fire) des alternativen Joysticks nach Atari-Spezifikation.
- Bit 3: Richtung Unten (Down) des alternativen Joysticks nach Atari-Spezifikation.
- Bit 2: Richtung Links (Left) des alternativen Joysticks nach Atari-Spezifikation.
- Bit 1: Richtung Rechts (Right) des alternativen Joysticks nach Atari-Spezifikation.
- Bit 0: Komplementäre Synchronisationsleitung für Massepulse.










