Der Trojan Cadmaster Light Pen aus dem Hause Trojan Products ist ein Eingabeperipheriegerät, das die Amstrad PCW-Modellreihe mit interaktiven Zeichenfunktionen direkt auf dem Grünmonitor ausstattet. Das System wird über den hinteren Erweiterungsbus des Computers angeschlossen und ermöglicht die Arbeit mit angepassten CAD- und Design-Software-Suites.
Das für das Amstrad-Ökosystem vermarktete Trojan-Paket bestand aus einer kombinierten Hardware- und Softwarelösung (der CAD-Umgebung Cadmaster). Im Gegensatz zu anderen generischen Peripheriegeräten ermöglichte die mitgelieferte Software eine millimetergenaue Steuerung des Elektronenstrahls des CRT-Monitors, wodurch ein Teil der Bildwiederholfrequenz-Einschränkungen des PCW durch hochgradig optimierte Synchronisationsroutinen ausgeglichen wurde.
Die Cadmaster-Software zeichnet sich durch eine für die damalige Zeit fortschrittliche Verarbeitung von Schrifttypen aus, die eine Texteingabe direkt auf dem Bildschirm in einer Auswahl von 64 verschiedenen Größen ermöglichte. Die Schriftarten konnten in Echtzeit manipuliert werden, um im Normalformat, im spiegelverkehrten (inversen) Format oder in verschiedenen Winkeln gedreht angezeigt zu werden, was für technische Blaupausen ideal war.
Zusätzlich zu den nativen geometrischen Designfunktionen generierte das System strukturierte Datendateien, die später exportiert und in Standard-PCW-Desktop-Publishing-Tools wie die berühmte Grafikdesign-Anwendung Microdesign integriert werden konnten.
Die Funktionsweise des Trojan Light Pen basiert auf der fotometrischen Abfangung des Bildschirm-Rasterschnitts. Der Stift enthält an seiner Spitze einen Hochgeschwindigkeits-Fototransistor (oder eine Fotodiode), der exakt auf die Remanenz und Wellenlänge des grünen Phosphors (P39) des PCW-CRT-Monitors abgestimmt ist. In dem genauen Moment, in dem der Elektronenstrahl direkt vor der Linse des Stifts vorbeizieht, wird durch den sprunghaften Anstieg der Lumineszenz ein steiler Spannungspeak ausgelöst.
Auf Hardware-Ebene verstärkt die Schaltung der Schnittstelleneinheit diesen analogen Impuls und wandelt ihn mittels eines Komparators (normalerweise basierend auf einem integrierten Schaltkreis LM311 oder ähnlich) in ein sauberes digitales Signal um. Dieses digitale Signal löst einen Interrupt aus oder ändert ein Statusbit, das über die dem hinteren Erweiterungsbus zugewiesenen Ein-/Ausgabe-Ports (I/O) der Z80-CPU zugänglich ist.
Der Videocontroller des Amstrad PCW erhöht kontinuierlich interne Zähler, um die Zeilen und Pixel auf dem Bildschirm aufzubauen. In der exakten Millisekunde, in der die Trojan-Schaltung das Aufleuchten des Phosphors erkennt, friert sie die Werte dieser Zähler ein. Die Software liest dann den Zustand dieser Register aus und übersetzt diesen Zeitstempel mittels mathematischer Berechnungen, die auf den horizontalen und vertikalen Bildwiederholzeiten (den spezifischen Bild- und Zeilenfrequenzen der Amstrad-Hardware) basieren, in eine exakte X/Y-Koordinate innerhalb der Grafikmatrix des Video-RAMs.
Da der Phosphor des Monitors eine spezifische Abklingzeit aufweist, wendet der Treiber einen softwarebasierten Kalibrierungsalgorithmus an, um die hardwarebedingte Signalverzögerung zu kompensieren. Dies stellt sicher, dass der Cadmaster-Cursor exakt unter der physischen Spitze des Trojan-Zeigerstifts erscheint.
| Format | Dokumentationsdatei / DSK-Image |
|---|---|
| Manual Trojan Cadmaster Light Pen | |
| DSK | Trojan Cadmaster Software |




