Dieses von Cascade hergestellte Joystick-Interface ist ein Peripheriegerät, das den PCW mit einem Joystick-Anschluss ausstattet, um Spiele auf diesem Computer spielen zu können.
Offensichtlich sind ein PCW-Computer und ein Spiel zwingend erforderlich, um auf einem PCW spielen zu können. Dennoch ist es aus zwei Gründen immer vorteilhaft, Spiele mit einem Joystick zu spielen: Einerseits bietet es mehr Komfort bei der Steuerung, insbesondere bei Actionspielen, und andererseits wird die Abnutzung der Tastaturtasten verhindert.
Das Problem bei der Nutzung des PCW ist, dass dieser Computer werkseitig über keinen Joystick-Anschluss verfügt. Aus diesem Grund ist die Verwendung einer Schnittstelle wie dem Cascade Joystick notwendig.
Das komplette Joystick-Kit enthält das Interface, einen Joystick und eine Diskette mit der Version 4.0 des Schachspiels Colossus Chess 2 oder in anderen Bundles mit einem anderen Spiel wie dem Flugsimulator ACE.
Die Verwendung könnte nicht einfacher sein: Schließen Sie einfach den Joystick an die entsprechende Buchse des Interfaces an und verbinden Sie dann das Interface mit dem Erweiterungsbus des PCW (dies alles natürlich bei ausgeschaltetem Computer). Es ist wichtig, in dieser genauen Reihenfolge vorzugehen, da der Joystick-Anschluss sehr eng sitzt. Wenn Sie zuerst das Interface anschließen, den Computer einschalten und dann versuchen, den Joystick mit dem Interface zu verbinden, werden Sie feststellen, dass ein hoher Kraftaufwand erforderlich ist. Dabei besteht das Risiko, den Erweiterungsanschluss des Computers durch ein Missgeschick zu beschädigen.
Das Interface funktioniert einwandfrei mit dem Flugsimulator Tomahawk. Einige der im Kit enthaltenen Joysticks verursachen jedoch erhebliche Probleme, da sie weder den Feuerknopf noch die Abwärtsbewegung registrieren. Wir nehmen an, dass es sich hierbei um ein individuelles Problem einzelner Joystick-Einheiten handelt. Hoffen wir, dass dies kein allgemeiner Produktionsfehler ist.
Ein kleines Detail sollte noch erwähnt werden: Das Interface verfügt über keine Bus-Verlängerung (keinen Durchgangsbus). Wenn es als erstes Gerät angeschlossen wird, verhindert es somit den gleichzeitigen Anschluss weiterer Hardware-Erweiterungen.
[ TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN UND HARDWARE-MAPPING ]
Auf der Ebene der Low-Level-Hardwarearchitektur für den Zilog Z80-Mikroprozessor des Amstrad PCW reagiert das Interface direkt auf eine feste E/A-Adresse (I/O Port). Die digitalen Joystick-Signale entsprechen dem klassischen Atari DE-9 9-Pin-Standard. Die Abfrage erfolgt über eine Active-Low-Logik (0). Das bedeutet, dass der entsprechende Register-Bit auf eine binäre '0' fällt, sobald ein Richtungsschalter oder ein physischer Knopf den Stromkreis schließt.
- E/A-Portadresse (I/O Port):
0E0h (Entspricht 224 im Dezimalformat).
- Native Software-Unterstützung: Bedeutende Spieletitel wie die offizielle Konvertierung von 'Head over Heels' (Ocean Software) haben eigene Abfrageroutinen integriert, die direkt auf den Port 0E0h zugreifen. Aufgrund dieser fest einprogrammierten Registerbelegung ist diese spezifische Steuerungsroutine völlig inkompatibel mit Konkurrenz-Interfaces wie der Spectravideo-Schnittstelle.
Bit-Mapping des Ports 0E0h:
| Bit |
Registrierter Zustand / Funktion (Wenn Bit den Wert 0 hat) |
| Bit 7 |
Hauptfeuerknopf (Fire) gedrückt |
| Bit 6 |
Nicht genutzte Leitung / Ignoriert |
| Bit 5 |
Nicht genutzte Leitung / Ignoriert |
| Bit 4 |
Richtung OBEN (Up) aktiv |
| Bit 3 |
Nicht genutzte Leitung / Ignoriert |
| Bit 2 |
Richtung UNTEN (Down) aktiv |
| Bit 1 |
Richtung RECHTS (Right) aktiv |
| Bit 0 |
Richtung LINKS (Left) aktiv |
Moderne Emulation & Unterstützung von Erhaltungssystemen:
Die exakten Hardware-Spezifikationen des Cascade-Joystick-Standards (programmatisch oft als „JoyceStick“ bezeichnet) sind in den wichtigsten aktuellen digitalen Erhebungsumgebungen vollständig dokumentiert und integriert:
- CP/M Box (von Habi / Habisoft): Dieser moderne PCW-Emulation bietet native Plug-and-Play-Unterstützung für den Cascade-Standard. Das System erkennt jeden an das Betriebssystem angeschlossenen modernen Gamepad oder Joystick (wobei die X/Y-Achsen und die ersten beiden physischen Tasten automatisch zugewiesen werden) und wandelt die Signale digital um, um das exakte elektronische Verhalten des originalen Peripheriegeräts zu simulieren.
- Joyce: Entwickelt von John Elliott, emuliert dieses System originalgetreu das logische Verhalten des Z80-Adressraums
0E0h.
- MiSTer FPGA (Amstrad PCW Core): Bietet eine reine logische Hardware-Nachbildung der Cascade-Architektur auf FPGA-Ebene neben den Systemen Kempston, Spectravideo und DK'tronics.