Kopien oder Klone des offiziellen Interfaces kempston_joystick.
- Hersteller / Herkunft: Siren Software (Manchester, Vereinigtes Königreich) [Identifiziert durch PCB-Hardware-Erhaltungsanalyse]
Das auf dieser Seite abgebildete Klon-Modell entspricht exakt dem **„Siren Software Joystick Interface“**, das in den späten 1980er Jahren im Vereinigten Königreich von dem in Manchester ansässigen Hardware- und Softwarehaus **Siren Software** (geleitet von Philip und Michael Davenport) aktiv vermarktet wurde. Das Peripheriegerät war damals außerordentlich populär, da es in einer auffälligen, leuchtend grünen Verpackung mit weißer Aufschrift ausgeliefert wurde, was es zum am weitesten verbreiteten Kempston-kompatiblen Klon für die Amstrad PCW 8256- und 8512-Reihe machte.
Da Amstrad ab Werk auf Gamecontroller-Anschlüsse verzichtete, um die professionellen Produktionskosten zu senken, füllte Siren Software diese Marktlücke mit einem kostengünstigen und robusten Interface, das direkt in den seitlichen 50-poligen Erweiterungsbus gesteckt wurde. Sein großer Wettbewerbsvorteil war das rein elektronische Plug-and-Play-Design: Es benötigte keinerlei Software oder residente Treiber innerhalb des CP/M-Betriebssystems. Darüber hinaus implementierte der Hersteller einen genialen physischen Hardware-Hack, indem er zwei parallel in Spiegelkonfiguration verdrahtete DE-9-Anschlüsse in das Gehäuse integrierte. Dies ermöglichte den gleichzeitigen Anschluss von zwei Joysticks für kooperative Mehrspieler-Spiele (wie Match Day II), die sich die gleiche Datenbusadresse elektrisch parallel teilten.
Auf der Ebene der traditionellen Logikbausteine der TTL-Serie (74xx), die auf der oberen und unteren Platine sichtbar sind, fungiert das Interface als direktes elektronisches Gateway zum Zilog Z80-Mikroprozessor:
- I/O-Port-Mapping: Die digitale Logik des Adressdecoders überwacht die Steuerleitungen des PCW und wird exklusiv aktiv, wenn sie die standardmäßige feste Kempston-Ein-/Ausgabeadresse liest:
09Fh(entspricht159im Dezimalformat). - Active-High-Logik (1): Im Gegensatz zu anderen Joystick-Standards auf dieser Plattform (wie Cascade oder Spectravideo, die mit inverser Active-Low-Logik arbeiten), geben der Kempston-Standard und dieser Klon von Siren Software eine binäre '1' aus, wenn eine physische Aktion ausgeführt wird. Im Ruhezustand gibt der Port
09Fhein sauberes00h-Byte zurück. Der Tri-State-Treiber der Platine öffnet den Kanal und legt den Status der mechanischen Schalter direkt auf den PCW-Datenbus, sobald die Software den LesebefehlIN A, (09Fh)ausführt.
Bit-Mapping-Matrix auf Port 09Fh:
| Bus-Bit | Physischer Active-High-Zustand (1) | Zugewiesene Joystick-Funktion (Atari-Standard) | Physischer Pin DE-9-Anschluss |
|---|---|---|---|
| Bit 7 | 0 (Fest) | Ungenutzte Leitung / Reserviert | — |
| Bit 6 | 0 (Fest) | Ungenutzte Leitung / Reserviert | — |
| Bit 5 | 0 (Fest) | Ungenutzte Leitung / Reserviert | — |
| Bit 4 | 1 | Hauptfeuerknopf (FIRE) gedrückt | Pin 6 |
| Bit 3 | 1 | Joystick-Hebel-Richtung OBEN (Up) aktiv | Pin 1 |
| Bit 2 | 1 | Joystick-Hebel-Richtung UNTEN (Down) aktiv | Pin 2 |
| Bit 1 | 1 | Joystick-Hebel-Richtung LINKS (Left) aktiv | Pin 3 |
| Bit 0 | 1 | Joystick-Hebel-Richtung RECHTS (Right) aktiv | Pin 4 |
Da es sich um den am weitesten verbreiteten Steuerungsstandard handelte, integrierten praktisch alle kommerziellen Action-Videospiele, die für das CP/M Plus des PCW geschrieben wurden, routinemäßig die direkte Abfrage des Port-Registers 09Fh in ihre Steuerungsauswahlmenüs. Heute wird dieses Hardware-Verhalten in Emulatoren zur digitalen Erhaltung wie CP/M Box (Habisoft) und Joyce (John Elliott) vollständig virtuell unterstützt und im offiziellen Amstrad-PCW-Core der MiSTer FPGA-Plattform originalgetreu über Hardware-Logikgatter nachgebildet.




